THE RACE II oder: Vielfaches Glück vor Augen!

 

Servus sehr geschätzte Freunde meiner Blogtexte und des zumeist erquickenden Laufsports.

Euer #runhappy-Finisher hat seinen vermutlich letzten Lauf für 2013 hinter sich und ist im Kopf (und Körper!) davon noch völlig gefesselt.

Zum Einen vom Erlebten an sich, zum Anderen aber auch von den Gedankenspielen, die das Kopfkino in dem maazel`schen Kleinhirn während der 23km alle zugelassen hat…

Aber zurück auf Anfang: Wir schreiben bald Tag 3 nach THE RACE II – der Zweitauflage DES Laufs, der in meinen Augen dem ToughGuy in England am Nächsten kommt, wenn nicht in Nuancen und vor allem emotional diesen sogar übertrifft.

Ich bin wahrlich kein Fan von Superlativen im Laufsport – Es gibt so wahnsinnig viele tolle Läufe, bei extravaganten Klimaverhältnissen, über wahnsinnige Distanzen, im Team, allein, nur weit, knackig kurz und schnell, mehrtägig, hoch und weit, mit Trail, auf platter Strecke, um `ne Insel, durch Höhlen oder weiß` der Teufel was…

Achten und respektieren sollte man nahezu alle diese Läufe und ihre zumeist sportlichen Teilnehmer – das ist für mich klar. Für den einen ist ein Halbmarathon am See DAS Härteste überhaupt, weil er vielleicht sonst eher Sportmuffel ist. Für den anderen reicht es fast nicht, 10 Ultras jenseits der 100km im Jahr zu laufen…

Für UNS FREAKS muss es halt mal etwas schlammig sein oder wenn es denn obendrein noch gut läuft, kalt und mit überwältigenden Hindernissen bestückt.

Und so kann das Limit in hiesigen Landen aktuell nur heißen: GETTING TOUGH – THE RACE!

Im Jahr 2012 noch in „Babyschuhen“, haben die tollen Menschen um die Macher Michael Kalinowski und Markus Ertelt wirklich ein derartiges BRETT auf die Beine gestellt, das seinesgleichen sucht – Ob jetzt vorab schon als härtester Lauf Kontinentaleuropas betitelt oder nicht…

Ein heller Wahnsinn, was die ganze Stadt Rudolstadt, die GT-Orga um z.B. Max, Thomas und Jeff, die Bundeswehr und Feuerwehr, die zahlreichen Sponsoren, Foto- und Video-Teams und die zahllosen Helfer auf die Beine gestellt haben.

Jedem einzelnen gebührt großer Dank und Respekt und die Liebe von MUTTI. (–> MDR-Clip)

Nur mal zu den Fakten, die einem Schlammlauf-Fan auf der Zunge zergehen:

Die Teilnehmer gehen vor dem Rennen demütig und in breiter Aufstellung hinter Rittern Richtung Start, dann auf die Knie und lauschen der spannenden nervösen Stille, eine Flugshow wird zelebriert, ein Hubschrauber kreist, der Dudelsack-Spieler besorgt allen die nötige Gänsehaut, die sicher nicht nur wegen der Kälte entsteht.

Wer es zulässt, wird einfach von der Gesamtheit der Details emotional weggeblasen und alles mündet im Startschuss!

Und wer wohnt dem ganzen Spektakel zudem noch bei und eröffnet mit „Kalli“ & dem „Capitano“ das Rennen??!

Der großartige MR. MOUSE – (–> Video!)

Die lebende Legende und Urheber des englischen ToughGuy – Eine unbeschreibliche Ehre, die wohl die Wertstellung von THE RACE kaum besser ausdrücken könnte… Wenn man bedenkt, wie lange selbiger Inspirationsmeister der Qualenläufe vermutlich sein Einöd Nähe Wolverhampton nicht verlassen hat. Einfach GEIL!

Wie auch die Tatsache, dass eben diese gesamten Macher von THE RACE Stunden später selbst auf einem der härtesten Hindernisse sitzen und den einzelnen Startern eigenhändig mit vollem Körper- und Stimm-Einsatz hochhelfen… In dieser Form wohl einzigartig!

DAS ist das vielfache Glück, dass jeder Teilnehmer dieses Rennens sich vor Augen halten sollte.

Die Freude und das Glück, an einem solchen Rennen teilnehmen zu dürfen

Sei es nach langer Verletzung zu comebacken, nach Kämpfen mit der eigenen Diät am Körper zu arbeiten oder einfach dem Spaß daran, sich als TEAM mit FREUNDEN durch ein solches Rennen, dass einem ALLES abverlangt, zu kämpfen.

Jeder hat da vermutlich eine eigene Geschichte.

Für mich speziell treffen hier derzeit viele Glücksmomente aufeinander – und diese helfen z.B. auch, wenn ich wie nach 7-8 km geschehen, bei einem mutmaßlich leichten Hindernis auf dem Kulm mit dem Knie auf einen Metall-Käfig aufgeschlagen bin.

Mir wurde schwarz vor Augen, schwummrig und ich habe beim anschließenden Lauf bergab durch den verschneiten Wald echt überlegt, aufzuhören und gehumpelt… Schließlich habe ich je Haxen-Seite ein neues Kreuzband und weiß, was Knieschmerz bedeutet…

 

Und als mich ein Lauffreund schwungvoll überholte, war mein plötzliches Tief sehr konkret.

Nichts ging mehr – Mir hatte es den Stecker gezogen. Ich rutschte auf Wurzeln, Schnee und Schlamm leicht weg, Hindernisse wurden zu unüberwindbaren Gipfeln und ich haderte mit mir selbst…

Bis zur Glücks-Grübelei !!! Hey MAAZEL – komm` zu Dir! Du DARFST hier nicht nur laufen:

Du bist Teil dieses Teams – Du bist selbst Member bei Gettingtough !! Auch wenn ich gern mehr Zeit dafür aufwenden würde, um die Jungs und Mädels in fast 400km Entfernung zu unterstützen, aber das lässt der Job halt oft nun mal nicht zu. Trotzdem ziehe ich den Hut vor ihrem Einsatz und sage herzlich DANKE!

Außerdem DARFST Du komplett in Brooks im Dreck spielen und Deine Wäsche verschmutzen, die spätere Frauen-Siegerin Iki Feil zum Chili-Smalltalk treffen und das Erlebte hier auch noch aufschreiben…

Der HELLE WAHNSINN! Es ist mir eine Ehre… (den besten Starterbeutel ever nicht zu vergessen!)

Du hast Familie, Freunde und teils „Supporter“, die Dich so genial pushen und Dir auch bei schlechten Ergebnissen zusprechen, dass es einfach nur NOCH MEHR Spaß bereitet – Zudem die tollen Menschen, die man erst bei solchen Events kennenlernen durfte und darf – Wie Mattse, Domme, Lars & Co. – DAS ist genial – Das genieße ich… Auch dafür DANKE.

Und das größte Glück des Jahres 2013 nehme ich zu Hause nach den ganzen Strapazen mit taub-kribbelnden Eis-Fingern in den Arm und lasse es meine 150g-Finisher-Medaille (Auch der HIT das TEIL!!) mit glitzernden Augen bewundern.

Meine knapp über 7 monatige Tochter Anni… Mit der tollsten Mama als Unterstützung dabei, ohne die meine ganzen gut 30 Wettkämpfe in den letzten 2 Jahren nicht ansatzweise möglich gewesen wären.

1000 DANK Jana – Ich liebe Dich!

JA und während das Lächeln nach knapp über 20km zurück ins Gesicht kommt, ist man bei THE RACE auch schon am Freibad angelangt und weiß` –

Ab ins Kühle – jetzt ist es nicht mehr weit !!!

Sei happy und LEBE… Das Tief ist überwunden…

Bäääämmmm – Nach dem elend-langen Walk of Fame wurde ich 70. gesamt nach Platz 66 im Vorjahr! Sehr geil! Die Schnee-Läufe der Vorbereitung waren super, das Material stimmte 1a, der Kopf war da und der Körper wurde einfach zum Glück gezwungen! Die Haxen vom Kadaver absolut zum Glühen gebracht!

(Und Iki & Charles gewinnen beide hochverdient ihre Rennen… Tolle Menschen…)

Nur meine Fingerchen haben noch über 12 Minuten nach dem Lauf überlegt, ob sie überhaupt noch zu mir gehören! Altobelli… war das kalt und hart!!

Und ich werde jetzt NICHT sagen, das Härteste!! Weil ich weiß, dass die Jungs von GT immer noch für einige Ideen gut sind, THE RACE III für 2014 „noch härter“ zu machen…

In diesem Sinne – Genießt die Regeneration und Euer VORHANDENES GLÜCK! Hilft auch in einem echten Tief und mit sich hadern macht langsam… Glaubt` mir…

Auf bald bis zu den nächsten beknackten Schandtaten und dem neuen Laufjahr… Fluffigen Dezember Euch allen!

Euer immer noch beeindruckter und dankbarer Finisher Maazel

 

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